Termine 2026


Die nächsten Veranstaltungen


Sonntag 31. Mai 2026, 11 Uhr

 

Erinnerung an die Euthanasie der Nationalsozialisten

 

Die Stele für Euthanasie-Opfer auf dem Braunschweiger Stadtfriedhof wurde errichtet durch eine Initiative der Friedenskapelle. Dort wollen wir gemeinsam derer gedenken, die durch systematische Ausgrenzung schließlich ermordet wurden, weil die Nazis sie als Ballastexistenzen abgestempelt hatten. Regina Blume wird an einige Schicksale erinnern.

 

Im Anschluss daran wird ein kurzer Gang über den Teil des Friedenspfads auf dem Stadtfriedhof angeboten.

 

W0: Treffpunkt das Rondell, das zum Stadtfriedhof, zum Hauptfriedhof und zum jüdischen Friedhof an der Helmstedter Straße führt (unweit der Straßenbahnhaltestelle)

WANN: Sonntag, den 31. Mai 2026 um 11 Uhr.

 

Die Veranstaltung ist kostenfrei, um eine Spende wird gebeten.

 


Sonntag 10. Mai 2026, 18 Uhr

 

Lesung zur Erinnerung an die Bücherverbrennung am 10. Mai 1933

 

Wie Albrecht Goes es sinngemäß formulierte „zuweilen muss da jemand sein, der erinnert“.

Das haben sich Regina Blume und Martin Kayser vorgenommen mit Texten und Gedichten von Mascha Kaléko und Erich Kästner.

 

Im Anschluss an die Lesung wird Gelegenheit zu Diskussion und Gesprächen bei einem Getränk und Knabbereien sein.

 

W0: Gedenkstätte Friedenskapelle, Helmstedter Straße 54 A

WANN: Sonntag, den 10. Mai 2026 um 18.00 Uhr

 

Der Eintritt ist frei um eine Spende wird gebeten.

 


Donnerstag 26. März 2026, 18 Uhr

 

Gnadenlos Deutsch

Täter, Helfer, Zuschauer - und die Entsorgung der NS-Zeit

 

Lesung mit dem Autor Helmut Ornter in der Gedenkstätte Friedenskapelle

 

-- Eine Einladung zur Veranstaltung wird zeitnah zum Termin erfolgen. -

 


PATRICK ALLGÖVER: „Sie beschreiben in Ihren Texten die breite Zustimmungs- und Mitmach-Mentalität der Deutschen während der nationalsozialistischen Diktatur. Wie denkt die heutige Generation der Deutschen darüber?“

 

HELMUT ORTNER: „Viele Deutsche waren beteiligt an Nazi-Verbrechen. Ganz nach Goebbels Losung: „Volkgemeinschaft und Schicksalsgemeinschaft“. Das Regime erwartete und belohnte Opportunismus, Zustimmung und Anpassung. Es waren nur wenige, die sich gegen die Mehrheit stellten.

Bleibt die Frage: Wie konnte sich Deutschland zu einer menschlichen Maschinerie des Zerstörens, Eroberns und Mordens entwickeln? Wie konnte das geschehen, fragt  sich auch die heutige, die jüngere Generation. Warum beteiligten sich ihre Väter und Großväter an dieser nationalsozialistischen Barbarei? Was machte sie zu Mit-Läufern, Mit-Profiteuren und Weg-Sehern? Zu Tätern und Komplizen? Die Antwort ist ebenso schlicht wie beschämend: Weil die Menschen damals so waren, wie wir heute sind...“

 

„Sie wenden sich vehement gegen eine »Entsorgung« der NS-Zeit, auch gegen eine Umdeutung der »Vergangenheitsgeschichte«, wie sie die AfD fordert …“

 

 „Das Beenden unserer Erinnerungskultur gehört zum Weltbild der AfD. Sie nennt die Verbrechen der Nationalsozialisten vor dem Hintergrund der „tausendjährigen deutschen Geschichte” einen „Vogelschiss“, wie es ihr Ehrenvorsitzender Alexander Gauland getan hat und redet von einer „180-Grad-Wende“ in Erinnern der deutschen Geschichte, wie es Björn Höcke fordert. Aus den Hitler-Deutschen wird hier ein »verführtes deutsches Volk«, aus Tätern und Mit-Tätern – werden einfache pflichtbewusste Soldaten und patriotische Befehlsempfänger, der Widerstand gegen das Hitler-Regime wird als Verrat an der Heimatfront denunziert. Hier werden die NS-Verbrechen verharmlos und umdeutet. Es geht um die »Entsorgung« der NS-Zeit. Das möchte ich nicht akzeptieren.“

 

 „Die AfD wird gerne in die Nähe der NSDAP gerückt. Für wie statthaft halten Sie diesen Vergleich?“

 „Nein, die AfD ist nicht die NSDAP. Wir nicht im Jahr 1933 und nicht alle, die der AfD ihre Stimme geben, sind »Nazis«. Aber sie müssen sich vorwerfen lassen, rechtsradikale und rechtsextremistische Politiker mit weitreichenden parlamentarischen Legitimationen und Eingriffsmöglichkeiten auszustatten. Die AfD will den Parlamentarismus westlicher Prägung abschaffen. Sie sieht die anderen Parteien nicht als Ausdruck einer vielfältigen Demokratie und eines Wettbewerbs um das beste politische Konzept, sondern als korrupte Eliten und Volksverräter. Wer diese Partei Anti-Demokraten und Demokratie-Feinden wählt, den sollten wir ausdrücklich in Mithaftung nehmen. Ausreden gibt es nicht.”

 

„Währet den Anfängen … ?

 

„Vergleiche hinken oft …  Aber man muss ja nur einmal das im Jahr 2015 eröffnete NS-Dokumentationszentrum in München besuchen, um zu sehen, wie schnell so etwas gehen kann, wie damals, in den Zwanziger- und Dreißigerjahren, plötzlich ganz normale Bürger zu Weg-Sehern, Mit-Machern und Mit-Tätern wurden, als Hitlers Deutsche der kollektiven Barbarei verfielen. Wir sollten uns daran erinnern: Verbrechen und Mordtaten haben keine Außerirdischen verbrochen, die Mörder und Schergen waren ganz normale Menschen und kamen aus allen Schichten der Bevölkerung. Hitler war nicht über die Deutschen gekommen, die Deutschen waren zu Hitler gekommen.”

 

„Sie befassen sich in Ihren Beiträgen oft mit Hitler-Deutschland. Im Februar erscheint Ihr neues Buch »GNADENLOS DEUTSCH«.  Kann man da überhaupt noch Neues erfahren?“

 

 „Ich schreibe für die »Heutigen«. Die zentrale Frage »Wie konnte das geschehen« verschwindet ja zunehmend.  Sie wenigstens partiell zu beantworten, darum geht steht in meinen Büchern. Meine Texte sind vor allem der jüngeren Generation zur Lektüre empfohlen, die in der Beschäftigung mit der deutschen Geschichte wissenn und lernen wollen, statt Lehr- und Merksätze zu notieren. Die heutige Generation ist eine schuldlose Generation. Aber sie hat eine Verpflichtung: sich zu erinnern! Dazu möchte ich beitragen.”

 


Ständige Angebote


 

Rundgänge über den Friedhof

Der bestehende Friedenspfad bietet die Gelegenheit, an den Ersten sowie den Zweiten Weltkrieg zu erinnern. Aufgenommen werden soll noch ein Rundgang zu den Bestattungsarten der Nationalsozialisten. Die Begräbnisplätze für Euthanasieopfer auf dem Stadtfriedhof sollen dabei berücksichtigt werden. 

 

Die Rundgänge finden jedes Jahr in der Zeit von Juni bis Ende September sowie auf Anfrage statt. 

Unberührt davon bleibt das Angebot der Besichtigung der Friedenskapelle. Bei Interesse findet eine Führung auf den Friedhöfen zu den Erinnerungsstätten des Ersten Weltkriegs statt.

 

Ausstellungen

Weiterhin wird die Fotoausstellung zum Ersten Weltkrieg gezeigt (Kriegsende vor rund 100 Jahren). Dabei sind Fotos aus dem Ersten Weltkrieg zu sehen, ebenso wie Fotos von Grab- und -Erinnerungsanlagen aus dem ehemaligen Freistaat Braunschweig.

 

Weitere Veranstaltungen

Im Kontext der Ausstellungen werden weiterhin Vorträge und Lesungen durchgeführt. 

 


zurück zu Aktuelles oder zur Startseite

weiter zu Rückblick